Das Sarstedter Blasorchester hat sein ausverkauftes Frühjahrskonzert im Stadtsaal zu einem klingenden Rückblick gemacht. Seit 1996 leitet Hans-Bernd Lorenz das Orchester, und dieses Jubiläum gab den Rahmen vor: Jedes Register durfte einen persönlichen Höhepunkt aus dreißig Jahren Orchestergeschichte vorschlagen – und ihn gleich selbst moderieren. Das unterhaltsame „Werben“ für das jeweils beste Stück machte das gewohnt abwechslungsreiche Konzertprogramm fast zu einer Challenge.
Auf der Mitgliederversammlung eine Woche zuvor hatte André Dräger, Vorsitzender des Kreismusikverbands Hildesheim, die langjährigen Verdienste von Hans-Bernd Lorenz gewürdigt und ihn mit der Dirigentennadel in Gold mit Diamant und Jahreszahl ausgezeichnet. Beim Konzert sprach der Vorsitzende des Sarstedter Blasorchesters Moses Köhler stellvertretend für alle Musikerinnen und Musiker seinen Dank für die erfolgreiche musikalische Leitung aus und ernannte Hans-Bernd Lorenz zum Ehrendirigenten des Vereins. Mit Standing Ovation stimmte das Publikum in den Applaus der Musikerinnen und Musiker ein.Den musikdramatischen Höhepunkt des Konzerts setzte das Sarstedter Blasorchester mit Melodien aus dem Musical „Das Phantom der Oper“ von Andrew Lloyd Webber in einem Arrangement von Johan de Meij: Der Spannungsbogen hielt bis zum letzten Ton. Im Gegensatz dazu versprühte das Potpourri aus dem Singspiel „Im Weißen Rössel“ (arrangiert von Stefan Schwalgin) viel Leichtigkeit und rief die Filmszenen mit Peter Alexander in der Rolle des Zahlkellners Leopold in Erinnerung. Im Techno Stil und mit Gesangseinlage kam die als „Nationalhymne der Blasmusik“ gehandelte Polka „Böhmische Traum“ beim Publikum bestens an.
Besondere Momente boten zudem die vielen solistischen Einlagen. Darunter waren z.B. die herzerwärmend gespielten Passagen der Polka „Von Freund zu Freund“ mit Rüdiger Schlums am Tenorhorn und Lars Bartikowski am Flügelhorn oder die frisch und jazzig intonierten Passagen des Swingstücks Pennsylvania 6-5000 mit Sebastian Wahrburg an der Trompete und Manuel Bruns am Tenorsaxophon. Als Filmmusiken schafften es die „Highlights from Robin Hood“ und „How to train your Dragon“ in die Bestenliste des Konzerts. Nach dem Klassiker der Rockmusik „Music“ von John Miles und der damit ausgedrückten Liebeserklärung an die Musik wollte das Publikum die Musikerinnen und Musiker noch nicht von der Bühne lassen. Den Sarstedtern als die „Bruchgrabenpolka“ bekannt, folgte als erste Zugabe der Kyffhäuser Turnermarsch - mit Gesang. Anschließend wurden die Gäste des Frühjahrskonzerts pfeifend mit dem Ohrwurm der Titelmusik der „Rosenheim-Cops“ im Gepäck nach Hause entlassen.


